Heute ist tatsächlich schon der letzte Tag vor dem Rückflug. Die Zeit ist vergangen wie nichts. Nutzen wir also diesen letzten Tag, um uns noch einmal in aller Ruhe an den Pool zu legen. Soviel zur Theorie.

Die Praxis sah leider anders aus. Plötzlich ging am Nachbarhaus ein Höllengetöse los. H-P glaubte erst, jemand bohrte in den Betonboden. Aber dafür dauerte das dann viel zu lange. Nach bestimmt einer halben bis ganzen Stunde riß H-P der Geduldsfaden. Er ging hinüber zum Nachbarn, um nachzufragen was los sei. Der Arbeiter erklärte ihm dann, daß er das Dach mit einem Hochdruckreiniger sauber mache. Und der Schlauch wäre leider zu kurz, um den Kompressor auf die andere Seite vom Haus zu stellen. Die Arbeiten würden etwa 6 Stunden dauern. Dann wäre wieder Ruhe. Na tolle Wurst. Rechnen wir mal: der Arbeiter hat freundlicherweise erst um 10.00 Uhr angefangen. Dann haben wir den Spaß noch bis 16.00 Uhr. Hurra.

H-P und Ute blieben lieber drinnen. Gaby schnappte sich Ohropax und legte sich trotzdem an den Pool. Uschi ignorierte den Lärm einfach. Es würde sich ja vorläufig eh nichts dran ändern. Nach ein bis zwei Stunden tauchte H-P doch wieder auf. Diesmal mit seinen rauschunterdrückenden Kopfhörern, die er sonst auf dem Flug trägt. Aber nach einiger Zeit hatte man sich an den Lärm gewöhnt.

Nachmittags schaute noch einmal unser Freund vorbei, um sich von uns zu verabschieden. Seine Frau konnte leider nicht mitkommen. Plötzlich stand der Nachbar vor unserem Screen. Wir hätten uns bei seinem Arbeiter wegen des Lärms beschwert. So kann man das auch mißverstehen. H-P hatte den Arbeiter ganz höflich gefragt, ob er den Kompressor auf die andere Seite des Hauses stellen könne. Das hat der später auch getan, als er die andere Seite des Daches reinigte. Zum Glück eskalierte nichts und der Nachbar schob wieder ab. Und irgendwann war auch 16.00 Uhr und der Lärm hörte wie angekündigt auf. So haben wir den Rest doch noch genießen können.

Abends fuhren wir dann nach Ft. Myers, um bei TGIF (Thank God it´s Friday) zu essen. Auf dem Weg dorthin ballten sich schon wieder bedrohliche Wolken zusammen. Wir bedrängten unseren Fahrer Gas zu geben, damit wir es noch vor dem Unwetter ins Restaurant schaffen würden. Aber die Ampeln wollten nicht so ganz mitspielen. Hier sind die Fahrer ... sagen wir nicht gut genug, um wie bei uns voreinander abzubiegen. Also hat hier jede Richtung eine eigene Ampel. Erst darf die eine Straße geradeaus, dann die andere. Dann die einen Linksabbieger und dann die anderen. Und das kann schon mal dauern. Aber endlich hatten wir es geschafft und waren angekommen. Wir hatten das Restaurant noch nicht ganz betreten als schon die ersten Tropfen fielen. Puuh, Glück gehabt. Aber zu unserem Erstaunen zog das Unwetter nach einem bißchen Tröpfeln unverrichteter Dinger wieder ab.

Das Restaurant war wie immer so kalt, daß Gaby und Uschi Jacken überzogen. Warum den anderen beiden das nichts ausmacht ist unklar. Uschi probierte auch mal die Jack Daniels Sauce aus. Das ist eine süßliche Sauce mit Jack Daniels Whiskey. Gaby aß Cajun Hühnchen mit Shrimps. Das war gut scharf. Beim Bezahlen kramten wir alle unser restliches Kleingeld heraus. Damit wollten wir uns nicht mehr belasten. Wir bekamen 7 Dollar in Münzen zusammen. Die restlichen 73 Dollar legten wir in Scheinen in die Mappe mit der Rechnung, die Münzen oben drauf. Als der Kellner kam erklärte ihm Gaby, daß das alles sei was er bekommen würde. Sein Gesicht war absolut sehenswert. Dann klärten wir das natürlich auf. Der Kellner, der im letzten Teil seines Studiums war, war so erleichtert, daß er sich von uns per Handschlag verabschiedete.

Das Auto ist schon vollgetankt. Die Koffer brauchen wir erst morgen früh zu packen. Wir dürfen hier bis 12.00 Uhr bleiben. Das ist sehr angenehm, da unser Flug erst um 16.00 Uhr geht. Also genießen wir den letzten Abend noch am Pool. Vorausgesetzt, diese dämlichen Flugameisen quälen uns nicht wieder. Ekelige Viecher und vor allem riesengroß, locker einen Zentimeter. Manchmal hat man aber auch Glück und sie begehen Selbstmord. So wie das Biest gerade. Das hat sich in die brennende Kerze gestürzt.

 
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