Wir konnten es nicht verhindern. Der Tag der Abreise war da. Uschi hatte schon gestern abend ihren Koffer gepackt. Und damit fast ihren Badeanzug vergessen. H-P packte wie immer beide Koffer. Alle Koffer waren überraschend leicht. Außer Utes. Aber keiner brauchte eine extra Tasche. Nur ein Anhänger für das Auto wäre nicht schlecht gewesen. Es ging nämlich nicht alles in den Kofferraum. Uschis Koffer mußte mit auf den Rücksitz. Aber irgendwann war alles verstaut. OK, wir können. Konnten wir nicht. Der Autoschlüssel war nämlich verschwunden. H-P fragte strafend in die Runde: wer ist zuletzt gefahren ? Leider war er es selbst gewesen. Der Schlüssel fand sich in seinen Shorts. Zum Glück lagen die im Koffer oben auf. Dann konnte es aber wirklich los gehen.

Auf dem Weg zum Flughafen tankten wir noch. Erstaunlicherweise fiel nichts aus dem Kofferraum als wir ihn öffneten. Am Check In ging es auch schnell, da wir schon online eingecheckt hatten und damit nur noch die Koffer aufgeben mußten. An der Sicherheitskontrolle wurden es interessant. Ute und H-P mußten den normalen Ausgang nehmen. So mit Schuhe ausziehen und alles raus aus den Taschen. Immerhin brauchte Ute sich dieser Prozedur nicht zu unterziehen. Gaby und Uschi durften durch den anderen Ausgang gehen. Kein Schuhe ausziehen, nichts raus aus den Taschen. Gaby mußte noch nicht mal durch den Nacktscanner. Sie hatte es wirklich gut. 

Wir hatten genug Zeit, um zum Gate zu kommen. Es standen schon drei Rollstühle für das Einsteigen parat. Dass konnte ja dauern. Aber wenigstens kommen die zuerst dran und stehen dann niemand im Weg. Aber zwei Männer mußten ja unbedingt noch davor rein. Ganz schön dreist. Aber dann sahen wir warum. Der eine trug Handschellen und war ein Gefangener und der andere war ein Marshall. Sie saßen ganz hinten in der Maschine.

Beim Aussteigen sollte eigentlich ein Rollstuhl bereitstehen. Leider nicht. Aber nur kurze Zeit später brachten sie einen. H-P beschloß, den lieber selbst zu schieben. Die dafür vorgesehene Dame wäre noch von einer Schnecke überholt worden.

In Atlanta war unsere Maschine sehr pünktlich. Diesmal waren auch keine Rollstühle zum Einstieg da. Und dann kam eine Premiere. Gaby und Uschi betraten die Maschine als Allererste. Dadurch war genügend Zeit, um alles zu verstauen. Diesmal mußten wir Uschis Gehhilfe kürzer machen. Sie paßte sonst nicht in die Gepäckfächer. Es war faszinierend zu beobachten, was manche alles als Bordgepäck betrachteten. Soviel hatten wir kaum als Hauptgepäck mit. Die hinter uns waren besonders gut. Sie hatten zwei kleinere Koffer als Handgepäck, knallten die in das Gepäckfach und setzten sich. Als sich die Stewardess beschwerte, daß die Klappe nicht zu schließen wäre, kam nur die lapidare Anwort: hinten liegt irgendwas drin. Deswegen passen die nicht rein. Natürlich war da was drin. Die Gehhilfe und ein Rucksack, den die rücksichtslos eingequetscht hatten. Sie mußten einen Koffer rausnehmen und in einem anderen Gepäckfach verstauen.

Die beiden machten sich während des Fluges auch noch beliebter. Wir hatten extra die bequemeren Sitze gebucht, die mehr Beinfreiheit haben und sich weiter zurücklehnen lassen. Das paßte denen auch schon wieder nicht. Beim Essen verlangten sie, daß wir die Rückenlehnen senkrecht stellten. Bitte, auch das. Nach dem Essen lehnten wir uns gemütlich zurück, und Gaby machte sich zum Schlafen fertig. Daraufhin fingen die beiden an, uns in die Rückenlehnen zu knuffen. Es können nicht die Knie gewesen sein, da man damit nicht an den Vordersitz kommt. Echt unverschämt. Aber als wir nicht reagierten gaben sie auf. Sollen sie doch Business buchen, wenn ihnen das alles nicht paßt. Gaby konnte als einzige auf dem Flug schlafen. Die Glückliche.

Der Flug dauerte nur 8 Stunden, da wir guten Rückenwind hatten. Es stand auch wieder ein Rollstuhl in Düsseldorf bereit. Wir mußte aber noch warten, bis alle mit Rollstuhl eingesammelt waren. Der durfte nur vom Flughafenpersonal geschoben werden. Und wie sich herausstellte brauchten zwei ihn wohl doch nicht. Sie hatten sich einfach zu Fuß davon gemacht. Ein paar Passagiere waren so langsam beim Aussteigen, daß sich in den Durchgängen des Flughafen schon wieder Türen schlossen. Tja, da standen die erstmal.

Es dauerte diesmal ewig bis unsere Koffer kamen. Wir fragten uns, ob sie überhaupt angekommen waren. Schlauerweise hatte wir diesmal telefonisch ein Taxi geordert. Und zwar ein Großraumtaxi. Uschi hatte es in diesem Urlaub wirklich auf Gaby abgesehen. Beim Einsteigen in das Taxi setzte sie mal wieder ihre Gehhilfe auf Gabys Fuß und stützte sich auch noch drauf ! Trotz des Berufsverkehrs waren wir schnell zu Hause. Und dort ging das übliche Los. Auspacken, waschen, Post sichten. Es steht zu befürchten, daß uns der Alltag wieder hat.

Das war es für dieses Jahr mit dem Urlaub Frown

Hoffentlich hattet Ihr Spaß beim Lesen.

 
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