Der Tag begann recht seltsam. Gaby träumte von H-Ps Schwester. Aber als sie aufwachte, war deren Stimme immer noch da. Wie merkwürdig. Dann stellte sich heraus, daß H-P auf der Terrasse mit ihr per Facetime telefonierte. Und da die Amis nur Pappwände kennen, die mehr dem Sichtschutz als dem Lärmschutz dienen, war das gut im Schlafzimmer zu hören. Aber das Beste war, daß beide Gesprächspartner behaupteten, der andere hätte angerufen. Die Ursache des Phänomens war recht einfach: Butt-Dialing. Das Hinterteil der Schwester hatte eigenmächtig angerufen. Sie hatte das Handy wohl in der hinteren Hosentasche. Und aus unbekannten Zufällen kam sie (oder das Hinterteil) genau an die Taste, um uns anzurufen.

Da heute der große Einkaufstag geplant war verzichtete Gaby auf ihr Laufen, da sie das ja in der Mall nachholen würde. Sie schwamm daher ein paar Runden vor dem Frühstück. Danach saßen wir noch etwas auf der Terrasse. Bis alle mal sortiert und eingesammelt sind dauerte das eben. Plötzlich ein Aufruhr an der Screentür. Uschi rief nach Gaby, weil dort plötzlich zwei nasse Personen standen und Uschi ja kein englisch kann. Dann stellte sich schnell heraus, daß es dem Mann nicht viel anders ging. Er war heilfroh, auf Deutsche zu treffen. Die beiden entpuppten sich als unsere Nachbarn, die gerade von einer Kajaktour zurückkamen. Sie hatten nur die Fernbedienung der Garage dabei, die aber leider versagte. Und jetzt kamen die beiden nicht mehr ins Haus. Zum Glück haben wir ja Internet. Und nach einigen Versuche bekamen wir die Telefonnummer der Verwalter des Nachbarhauses heraus. Und so konnten den beiden geholfen werden. Ein Handy hatten sie ja auch nicht mit.

Danach konnte aber unsere Tour beginnen. Die Mall ist durchaus spannend. Brütende Hitze außerhalb der Geschäfte. Drinnen wird man dafür schockgefrostet. Als erstes plünderten wir gemeinsam den Columbiashop. H-P brachte dann erstmal die Tüten ins Auto. Danach verlor sich die Gruppe aus den Augen. Bis alle Geschäfte inspiziert waren dauerte es eine Weile. Zwischendurch traf sich die Gruppe noch einmal, um sich dann wieder zu trennen. Es gab aber auch zuviel zu sehen und leider auch zu kaufen. Das arme Auto ging ganz schön in die Knie. Nach der großen Tour fuhren wir noch zu einem Outdoor-Laden. Dort bekommt man vom Schlapphut bis zum Motorboot alles, was man irgendwie draußen gebrauchen könnte. In dem Laden ist ein großer Felsen mit verschiedensten ausgestopften Tieren und einem Wasserfall, der in einem Fischbecken endet. Fischen ist dort aber verboten.....

Dann fuhren wir erstmal wieder nach Hause. Alle waren geschlaucht. H-P schlug vor, pro Person alle Tüten auf einen Haufen zu legen. Der mit den wenigsten Einkäufen hätte gewonnen. Er hat haushoch verloren. Die Rabatte waren aber auch zu gut gewesen, teilweise bis zu 70%. Und was am besten ist: hier hat man endlich einmal Zeit, einkaufen zu gehen. In Deutschland geht das eigentlich immer nur, wenn alle anderen auch Zeit dafür haben. Dann ist die Stadt proppevoll. 

Als wir auf die Terrasse kamen, stand dort eine große Flasche Wein mit einem Zettel. Unsere Nachbarn hatte sich noch einmal für die Hilfe vom Vormittag bedankt. Gaby und Uschi gingen noch einmal ins Wasser und dann auf die Liege. Aber der Himmel zog sich immer weiter zu und es wurde bedenklich dunkel. Daher beschlossen die beiden, noch die Einkäufe für das Abendessen zu erledigen. Dort hätte Gaby einen Polizeiwagen klauen können. Der stand völlig verlassen, aber mit laufendem Motor vor Walmart. Aber der wäre dann doch zu auffällig gewesen. Und so ließ sie ihn stehen. Der Laden war überraschend leer. Wir hatten Freitag abends mit mehr Leuten gerechnet. Teilweise waren die Regale aber bedenklich leer. Nach dem Memorial Day wird es wohl nichts mehr zu kaufen geben. Und dann kam der Regen. Er prasselte so heftig, daß es im Laden gut zu hören war. Die Kassenschlangen waren aufgrund der geringen Anzahl der geöffneten Kassen leider schon länger. Aber aus irgendeinem Grund wollte niemand an der Kasse neben uns einkaufen. Daher gingen wir an allen anderen vorbei zu dieser Kasse und waren ruckzuck wieder raus. Dort hatte der Polizeiwagen mittlerweile Junge bekommen. Jetzt standen dort schon fünf. Warum blieb uns verborgen.

Auf dem Rückweg hatten Gaby und Uschi eine Menge Spaß. Da es so heftig geregnet hatte standen überall große Pfützen. Und ein Auto muß ja auch mal gewaschen werden. Das erledigte Gaby gründlich. Auch die sieben Autos auf einem Grundstück in der Nähe wurden gewaschen, da dort eine besonders große Pfütze stand.

Zum Abendessen gab es heute einen Nudelauflauf mit Zucchini. Aber gar nicht so einfach, hier zu kochen, wenn die Temperaturen der Backöfen so völlig anders sind. Heute brauchten wir 425°. Aber Fahrenheit.

Ach ja: die Bauarbeiten auf dem Dock gegenüber fanden gestern tatsächlich ein Ende. Sie mußten nur noch einmal die Bretter kürzen. Da die Arbeiter ja schon die Nägel und anderes einfach in den Kanal geworfen hatten, erwarteten wir, daß sie die Reste der Bretter auch einfach reinwerden würden. Aber nein, hierfür hatten sie tatsächlich ein Netz. Das Sägemehl konnten sie natürlich nicht auffangen.

 
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