Der Hund muß tot sein. Als Gaby heute morgen ihre Runde lief war nicht ein Mucks zu hören. Oder die Besitzerin hat ihn mit zur Arbeit genommen. Wetterfühlig wird er wohl kaum sein. Heute war der erste Tag ohne richtigen Sonnenaufgang. Die Sonne kam eigentlich so gut wie gar nicht durch. Das war auch so angekündigt. Da es aber erst ab 14.00 Uhr regnen sollte beschlossen Gaby und Uschi, vorher durch den Eco Park zu gehen. Das ist ein Naturschutzgebiet, in dem man auf einem Boardwalk durchlaufen kann. Zum Glück war dieser Steg dort. Der Boden war völlig matschig und stellenweise auch richtig nass. Ein Schild teilte mit, daß man abseits des Steges bis zu den Hüften oder mehr im Schlamm stehen würde. Es war auch ein kräftiger Wind, der immer wieder die Bäume aneinanderrreiben ließ. Die Geräusche waren teilweise sehr seltsam. 

Irgendwann kamen hinter den beiden andere Fußgänger. Ein Pärchen, bei dem der Mann bei der Verteilung der Geduld aber nicht „hier“ gerufen hatte. Er wollte unbedingt einen Alligator sehen und beschwerte sich, daß er überhaupt noch keine Tiere gesehen hätte. Kein Wunder, der Mann lief mit der Grazie und der Lautlosigkeit eines Elefanten durch das Gebiet. Gaby konnte sich nicht verkneifen, alle von ihnen gesichteten Tiere genüßlich aufzuzählen. Die beiden hatten nämlich schon kleine braune Krabben gesehen, die sofort wieder in ihre Erdlöcher flitzten. Auch ein brauner Reiher stakste auf der Jagd durch die Mangroven. In den Bäumen suchten weiße Ibisse nach Futter. Auch andere nicht bestimmbare Vögel krächzten in den Wipfeln. Den quakenden Frosch hörte Gaby nur, er blieb unsichtbar. Generell war ständig das laute Schnarren von Zikaden zu hören. Der Weg ist gut 4 km lang und führt quer durch das Gebiet.

Danach wollte die beiden noch eben für das Abendessen einkaufen und fuhren zum Walmart. Dort sahen sie zwei große Pudel. Merkwürdig, Hunde im Laden ? Es waren bestimmt Service Hunde. Das bestätigte sich auch später, als Gaby auf die Dame mit einem der beiden Hunde traf und nachfragte. Die Dame konnte sich nicht mehr so gut bewegen. Der Hund hob Sachen auf, die sie fallen ließ. Er holte auch die Post und die Zeitung. Er konnte sogar die Wäsche aus dem Trockner holen. Nur das Falten der Sachen hätte sie ihm nicht beibringen können, grinste die alte Dame. Er war aber schon alt (8 Jahre) und sollte nur noch als Haustier leben. Dazu wurde der zweite Hund ausgebildet. Die Ausbildung dauert etwa zwei Jahre.

Während die beiden Im Supermarkt waren beschloß das Wetter, nicht erst bis 14.00 Uhr zu warten und legte schon mal los. Als die beiden wieder rauswollten schüttete es aus allen Wolken. Das Wetter hatte wohl auch beschlossen, nicht drei Stunden lang zu regnen, sondern den ganzem Kram mal in einer Viertelstunde rauszuscheppen. Es kamen unglaubliche Wassermassen vom Himmel. Kein Kunde traute sich raus. Alles wartete, daß der Regen nachließ. Als er dann wieder nachließ ging Gaby zum Auto und holte Uschi dann am Ausgang ab. Alle Straßen standen noch unter Wasser und das trotz der großen Gullys hier. Die haben etwa die Höhe und Länge eines Bordsteins. Als Gaby und Uschi zurück nach Hause kamen hatte es wieder aufgehört.

Danach faulenzten alle eine Runde. Man machte es sich auch durchaus zu einem Schläfchen gemütlich. Danach hüpften Gaby und Uschi noch einmal kurz ins Wasser. Aber das war heute verflixt kalt gegenüber den anderen Tagen. Er war ja keine Sonnenheizung da. Zum Abendessen sollte es Apfelpfannkuchen geben. Es war auch alles da. Nur leider war das Öl Olivenöl. Und das schmeckt dazu gar nicht. Also wollte Gaby noch einmal losfahren. H-P begleitete sie mal lieber, damit sie den Weg ohne die Ampeln nehmen konnten. Dachte er. Er verfuhr sich nämlich prompt und mußte eine Ehrenrunde drehen. Aber immerhin sahen die beiden dadurch ein zweites für Halloween geschmücktes Haus. Die Apfelpfannkuchen waren dann übrigens sehr lecker.


 
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