Gaby hatte gestern überlegt, ob sie zukünftig noch Blog schreiben sollte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, daß das keiner liest. Zumindest kamen keine Kommentare oder Mails. Das hatte Ute ihrer Mutter erzählt. Die schrieb prompt eine Mail, daß Gaby bloß weitermachen solle. Man würde sich beim Lesen wie anwesend fühlen. Zufällig bekam Gaby heute auch noch eine zweite Mail mit einem Kommentar zu dem Blog. Das versöhnte sie wieder ein bißchen. Es ist ja nicht nur für die Leserschaft, sondern auch für später zum noch einmal Nachlesen. Die alten Jahre sind ja auch noch vorhanden. Und manches Mal liest man das noch und denkt: oh, das ist alles passiert.

H-P wollte heute wieder nicht mitlaufen. Pah, dann nicht. Der heckte in der Zwischenzeit lieber was anderes aus. Er deckt morgens immer den Tisch und trommelt Uschi aus dem Bett. Original-Ton Uschi: "Ich komme mir vor wie beim Barras. In 7 Minuten Frühstück !“ H-P war es heute morgen satt, daß sich Gaby oder Uschi beschwerten, daß sie an bestimmte Sachen auf dem Frühstückstisch nicht herankämen. Also baute er einen Turm. Ein Wunder, daß der nicht umfiel. 

Nach dem Frühstück sammelte sich erst einmal alles am Pool. H-P hatte heute den Vorschlag, zum Imaginarium nach Ft. Myers zu fahren. Das ist eigentlich für Kinder gedacht, spricht aber auch junggebliebene Erwachsene an. Da es erst um 12.00 Uhr öffneten, gingen Gaby und Uschi erst noch in den Pool. Die Sonne ließ sich heute weniger blicken, also ein perfekter Tag für einen Museumsbesuch.

Ute wollte lieber lernen, also fuhren Gaby, H-P und Uschi alleine. Alle drei kamen auf Seniorpreis rein. Auch eine erstmalige Erfahrung. Man konnte sich dort zwei 3D-Filme ansehen. Einen fiktiven über die vergessene Welt und einen über den Hurricane Lucy. Wenn man den Hurricane gesehen hat wundert man sich, daß hier nach Irma letztes Jahr noch irgendetwas steht. Auch das Imaginarium war betroffen. Es hatte hier den Wassertank beschädigt. Den möchte man nicht über sich entleert haben. 

Danach gab es noch eine „Vorführung“ von ausgewählten Tieren. Jeder Educator darf hierzu drei Tiere aus den Terrarien nehmen und vorstellen. Christian brachte als erstes eine Bartagame mit. Er ging mit ihr durch Reihen. Jeder durfte sie mal anfassen. Danach zeigte er eine Landschildkröte. Da die Dame etwas undicht sein könnte, packte er sie vorsichtshalber in eine kleine Windel. Auch diese (die Schildkröte, nicht die Windel) durfte man anfassen. Als Letztes stellte er Patrick vor, einen 5 Jahre alten Königspython. Mit diesem blieb er aber erst am Ausgang stehen. Wer nicht daran vorbei wollte, konnte einen anderen Ausgang nehmen. Aber neugierig wie alle waren tat dies keiner. Auch Patrick durfte man anfassen. Er war erstaunlich weich. Aber er hätte die Kraft gehabt, jemand zu erwürgen. Aber anhand der Körpertemperatur des Menschen hätte er erkannt, daß dies keine Beute für ihn wäre. Christian beantwortete den dreien alle Fragen. Sie waren ja auch intelligenterweise als Letzte rausgekommen. So blieb mehr Zeit dafür. Aber keine Sorge Bianca: es gibt hier kein Bild von Patrick….

In einem weiteren Bereich waren verschiedene physikalische Kräfte erklärt. Diese konnte man mit Kurbeln, Winden etc. auch ausprobieren. Am Schluß gab es noch die Fütterung der Rochen. Auch diese durfte man anfassen, ebenso die Seesterne. Die Rochen sind extrem weich, die Seesterne erstaunlicherweise ziemlich hart.

Zum Abendessen fuhren alle zu Mimi´s Cafe. Also wenn die Temperatur vor 2 Tagen nahe dem Gefrierpunkt war, lag sie dort eindeutig darunter. Alle waren froh, als sie wieder in die Wärme Floridas hinaustraten. Ute schlug im Auto sogar vor, die Heizung einzuschalten. Der Rest protestierte aber. Gaby ging danach erst einmal unter die heiße Dusche. Ute sitzt immer noch in der Fleecejacke da.

Zum Ausgleich, daß die Sonne sich heute nur wenig gezeigt hatte, lieferte sie abends einen wundervollen Sonnenuntergang. Der war noch schöner als gestern. Leider ist dieses Schauspiel immer nur von kurzer Dauer, da hier die Dämmerung sehr schnell in Dunkelheit übergeht. Das ist die Nähe zum Äquator.
 
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